Ja zum hessischen Fusionshub!
Kernfusion ist immer 30 Jahre von der kommerziellen Einführung entfernt. Vielleicht sind es auch 40. Dennoch sind Chancen und Verheißungen dieser Technologie zu groß, um sie zu ignorieren: sicher, sauber, günstig und grundlastfähig könnte Fusionsenergie sein. Das gilt allerdings auch für die Kernspaltung, die bereits heute kommerziell verfügbar ist. Viele westliche Staaten kehren deshalb zur Kernkraft zurück oder verlängern Laufzeiten bestehender Anlagen. Neubauprojekte wie Flamanville, Hinkley Point oder Olkiluoto zeigen allerdings, dass Zeit- und Kostenüberschreitungen erhebliche Probleme darstellen. Bei der Kernfusion gibt es verschiedene Ansätze. Neben der Laserfusion ist vor allem die Magnetfusion mit Tokamaks vielversprechend. ITER, das auf eine Initiative Gorbatschows zurückgeht, ist das bekannteste internationale Projekt. Die Kosten werden inzwischen auf 25 bis 50 Milliarden Euro geschätzt. Ob die Laserfusion tatsächlich günstiger wird, ist offen. Die Bundesregierung fördert deshalb verschiedene Fusionsbereiche, darunter Magnetfusion, Brennstoffkreisläufe und einen Laserfusionshub in Hessen. Das ist Hightech-Forschung mit erheblichen Synergieeffekten für Wissenschaft und Wirtschaft. Ein verbindlicher Landesaktionsplan ist dennoch nicht nötig. Dass der Laserfusionshub nach Hessen kommt, zeigt, dass die bestehenden Strukturen funktionieren. Die Landesregierung sollte vor allem gute Rahmenbedingungen schaffen und die konkrete Arbeit den Fachleuten überlassen.